PRESSEDIENST DES DEUTSCHEN BUNDESTAGES *****
Berlin: Freitag, 19. Mai 2000
Berlin: (hib/RAB-as).
Die Bundesregierung soll sich dafür einsetzen,
dass öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten eine jährlich steigende Zahl von
Sendeminuten untertiteln und eigene Sendungen für gehörlose Kinder und
Erwachsene in der Gebärdensprache anbieten.
Dies fordert die Koalition in einem Antrag (14/3382). Auch die Betreiber
der
privaten Rundfunkanstalten sollten sich nach dem Willen der
Parlamentarier
ebenfalls bemühen, geeignete Sendungen für gehörlose und ertaubte
Menschen
zugänglich zu machen.
In den Augen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen ist unsere Gesellschaft auch eine Informationsgesellschaft geworden. Die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und vor allem am Berufsleben werde mehr und mehr abhängig von einer Teilhabe an Informationen und Kommunikation. Hörgeschädigte Menschen würden in ihren Informationsmöglichkeiten stark eingeschränkt. Nach Einschätzung der Abgeordneten ist das Fernsehen als wichtiges elektronisches Medium besonders geeignet, die gehörlosen Menschen an den aktuellen Informationen teilhaben zu lassen.
Bereits heute werde ein kleiner Teil des Fernsehprogramms der öffentlich-rechtlichen Sender mit Untertiteln bzw. von Gebärdensprache begleitet ausgestrahlt. Dieser Anteil sei zu erhöhen.